Übungen zu den Inspirationen 

Ambivalenz


Man kann den Weg zum Ziel auch MIT Ambivalenz gehen. Das ist sogar schneller und schützt davor, im Kampf gegen die Ambivalenz Kraft und Mut zu verlieren. Die Ambivalenz kennenlernen Was ist das Wesen Ihrer Ambivalenz? Zwischen welchen Gefühlen, Gedanken und Absichten schwankt sie hin und her? Wann und wie zeigt sie sich? Wann ist sie ruhig oder friedlich? Wann ist sie laut oder störend? Den Umgang mit ihr erkunden Was prägt das «Zusammenleben» der Ambivalenz und Ihnen? Wie verhalten Sie sich, wenn sie kommt? Was löst sie bei Ihnen aus? Wie reagieren Sie wiederum darauf? Das gewünschte, zukünftige Zusammenspiel mit ihr definieren Was sind Ihre genauen Erwartungen an die Ambivalenz? Wie sieht ein konstruktives und gewinnbringendes «Zusammenleben» im Detail aus? Wofür kann die Ambivalenz gut und dienlich sein? Welche Abmachungen braucht es dazu? Was ist Ihr eigener Beitrag dazu? Was werden Sie in Zukunft anders tun als heute? > Inspiration: Ambivalenz




Anliegen klären


Nur wenn die Anliegen klar sind, können wir ein Gegenüber gut bei der Lösungssuche unterstützen. Dazu helfen ein paar klärende Fragen. Klärung der Absicht Welche Idee hat dazu geführt, dass Sie bei mir Unterstützung suchen? Wie könnte die Hilfe aussehen? Klärung des konkreten Anliegens Was sind Ihre Erwartungen an mich? Was soll meine Aufgabe sein? Wozu kann ich dienen? Was muss geschehen, dass sich der Austausch lohnt? Erwartungen von anderen Gibt es jemanden, der erwartet, dass Sie bei mir Hilfe suchen? Falls ja, warum? Was finden Sie dazu? Erwünschte Ergebnisse Was soll beim Austausch rauskommen? Wie soll der Ausgang, das Ergebnis (für heute) sein? Ist Ihnen das bereits klar oder können wir dies gemeinsam klären? > Inspiration: Anliegen klären




Auswirkungungen


Alles hat Wirkung – auch das Erreichen von Zielen. Je besser wir diese Auswirkungen kennen und vorbereiten, desto stärker wird die Anziehungskraft des Ziels. Was sind erwünschte Auswirkungen? Was erwarten Sie, wie wird es sich positiv auf Ihr Leben auswirken, wenn Sie Ihr Ziel erreichen? Welche erwünschten Konsequenzen hat es auf Ihren Alltag? Was sind unerwünschte Auswirkungen? Welche negativen Auswirkungen könnten eintreffen, wenn Sie das Ziel erreichen? Was könnte Ihren Alltag erschweren und Sie herausfordern, belasten oder stressen? Konstruktiver Umgang mit unerwünschten Auswirkungen Wie könnten Sie mit den befürchteten Auswirkungen umgehen, wenn diese eintreffen würden? Erkunden Sie vorzeitig Strategien und Lösungsmöglichkeiten, um negative Überraschungen oder unerwünschte «Bremser» auf dem Weg zu vermeiden. > Inspiration: Auswirkungungen




Bewahrenswertes


Wenn wir uns verändern wollen, sollten wir uns fragen, was bereits gut ist und weiter bestehen soll. Das fördert eine «solide» Veränderung. Was ist jetzt schon gut? Überlegen Sie gründlich, was alles schon wie gewünscht funktioniert. Was sagt das über Ihre Stärken, Fähigkeiten, Ressourcen und Möglichkeiten? Schreiben Sie das auf. Was davon ist bewahrenswert? Entscheiden Sie, was Sie in die Zukunft mitnehmen möchten, weil es Ihnen gut tut, weil es Ihnen gefällt, weil es Ihnen wichtig ist. Was heisst das für die Lösungsschritte? Was können Sie bereits jetzt in kleinen Schritten mehr davon tun? Was können Sie bewusst nähren und pflegen? Was können Sie allen­ falls in Würde und Dankbarkeit loslassen? Was bedeutet das für die Ziele? Welche Ziele haben Sie? Welche davon sind vereinbar mit dem Bewahrenswerten? Welche weniger? Was ist Ihnen wichtiger? > Inspiration: Bewahrenswertes




Bisherige Lösungsversuche


Ein einfaches Leitprinzip auf dem Weg zum Erwünschten: Erkenne, was gut funktioniert und tue mehr davon. Erkenne, was nicht funktioniert und höre damit auf. Lösungsversuche benennen Machen Sie eine nummerierte Liste mit allen bisherigen Lösungsversuchen. Lösungsversuche einteilen Gehen Sie die Liste durch und markieren Sie die Lösungsversuche nach «hat funktioniert und/oder gepasst» (wenn auch nicht für ewig) und «hat nicht funktioniert und/oder nicht gepasst» (auch wenn die Idee genial war). Unnützliche Lösungsversuche verwerfen Streichen Sie die «hat nicht funktioniert»-Lösungsversuche aus der Liste – und aus dem Kopf. Gute Lösungen pflegen Nehmen Sie eine separate Liste und schreiben Sie von den «hat funktioniert»-Lösungsversuchen die Top 2-5 raus. Und: Tun Sie mehr davon. > Inspiration: Bisherige Lösungsversuche




Brillenwechsel


Probleme lassen sich auch lösen, indem wir den Blickwinkel wechseln. Die Situation bleibt gleich, die Betrachtungsweise ändert. Aktuelle Wahrnehmung der Situation Was sehen Sie, wenn Sie Ihre Situation wahrnehmen? Was stört Sie, was belastet Sie, was sollte sich ändern? Würdigen Sie sich selbst für alles, was Sie schon ausprobiert haben, um die Situation zu verbessern. Brille wechseln und Blickwinkel ausprobieren Treten Sie einen Schritt zurück und betrachten Sie die Situation aus Distanz. Wie können Sie die Gegebenheit anders betrachten? Welche positive Sichtweise können Sie einnehmen? Probieren Sie verschiedene Blickwinkel aus und erkunden Sie, was sich gut anfühlt. Es kann hilfreich sein, wenn Sie sich in die Perspektive einer Person versetzen, die Ihnen wohlgesinnt ist (Freund, Chefin, Arbeitskollege, Nachbarin, Vertrauensperson) und so verschiedene Blickwinkel auszuprobieren. Neuinterpretation der Situation Wie können Sie aus der positiven Brille die Situation neu beurteilen? Welchen Merksatz können Sie daraus ableiten? Welche neue Einstellung gegenüber der Situation können Sie finden? Was bewirkt eine Verbesserung des Wohlbefindens? > Inspiration: Brillenwechsel




Emotionen regulieren


Auf dem Weg zum Ziel ist es nützlich, sich nicht von störenden und unangenehmen Gefühlen beeindrucken zu lassen. Sie kommen und gehen – die Ziele bleiben. Gefühle als Besucher willkommen heissen Wenn wir in Gefühlen stecken, sind wir gewohnt zu sagen: «Ich bin traurig/wütend/ ängstlich.» Versuchen Sie, diese Gefühle als Besucher zu sehen und als solche zu benennen: «Da ist eine Trauer/Wut/Angst, die mich gerade besucht.» Das schafft bereits Distanz. Gefühle beobachten und wertschätzen Üblicherweise wenden wir uns sofort von störenden Gefühlen ab. Das macht sie aber umso tückischer und unkontrollierbarer. Ändern Sie darum die Strategie: Wenden Sie sich dem unangenehmen Gefühl zu – ja, es braucht Mut! Beobachten Sie ganz «cool», was da abgeht. Betrachten Sie die Gefühle aus einer würdigenden Perspektive, egal wie wild und unerwünscht sie sein mögen. Fragen Sie das Gefühl, ob es etwas braucht. Oder schauen Sie gelassen zu, bis es wieder vergeht – und lassen Sie es ziehen. Ziel fokussieren Bleiben Sie möglichst gelassen mit der Haltung «Ich habe den längeren Atem» und «Ich würdige mich für die grosse Energie, die da in mir steckt». Halten Sie den Blick hoch und schauen Sie mental auf Ihr erwünschtes Ziel und die positiven Auswirkungen, die es auf Ihr Leben haben wird. > Inspiration: Emotionen regulieren




Handeln


Selbst einfachste Lösungsschritte können schwer fallen. Anstatt zu zweifeln oder zu analysieren, sollten wir die gesamte Kraft ins Tun stecken. Drehbuch schreiben Notieren Sie genau, wie der nächste Handlungsschritt aussieht. Stellen Sie sich als Hauptfigur eines Films vor. Wie würde für diesen Filmabschnitt das Drehbuch lauten? Schreiben Sie die Szene mit dem nächsten Handlungsschritt genau auf und achten Sie auf Details wie Umgebung, Tageszeit, Mimik, Gestik, Verhalten, Gefühle, Kleidung der Hauptfigur. Visualisieren Lassen Sie den Filmabschnitt vor Ihrem inneren Auge ablaufen. Schauen Sie ganz genau zu und versetzen Sie sich in die Rolle der Hauptfigur. Erleben Sie möglichst viele Details mit allen Sinnen. Spielen Sie den Schritt im Kopfkino solange durch, bis Sie klar spüren, dass Sie ihn beherrschen und in der Realität umsetzen können. Umsetzungskraft stärken Was gibt Ihnen Kraft, Vertrauen und Mut für die Umsetzung in der Realität? Begleiten Sie sich selbst liebevoll, stärkend und wertschätzend. Und: Machen Sie den Schritt bei der nächsten Gelegenheit. > Inspiration: Handeln




Innere Anteile


Wir haben ein inneres Team in uns. Koordinieren wir es gut – wie ein Dirigent ein Orchester oder eine Trainerin eine Mannschaft – erreichen wir das Erwünschte leichter. Welche Anteile entdecken Sie? Erkunden Sie Ihre verschiedenen, inneren Seiten (für eine bestimmte Situation). Versuchen Sie eine möglichst genaue Vorstellung Ihres «inneren Teams» zu bekommen. Welche Eigenschaften haben die Anteile? Benennen Sie die verschiedenen Seiten mit einem (Fantasie-)Namen. Beschreiben Sie deren Eigenschaften und Verhaltensweisen: Wann kommt welche Seite? Wann ist welche Seite dominant? Wann verzieht sich Seite X? Was macht Seite Y am liebsten? Wie beeinflussen sich die Seiten gegenseitig und wie stehen sie zueinander? Eine Skizze machen, hilft dabei. Wie ist Ihre Beziehung zu den Anteilen? Welche «Beziehung» haben Sie zu welcher Seite? Welche mögen Sie gerne, welche weniger? Wie reagieren Sie, wenn Seite X aktiv ist? Wie führen Sie Ihr «inneres Team»? Wie können Sie die verschiedenen Seiten so «managen», dass es Ihrem gewünschten Leben entspricht? Wie können Sie gute Seiten fördern – und wie unerwünschte Anteile würdigen und zur Kooperation oder Ruhe bringen? Entdecken Sie, was die Seiten brauchen, um in Ihrem Sinne zu funktionieren. Sie sind Ihr eigener Chef, Ihre eigene Chefin! > Inspiration: Innere Anteile




Lösungsfokus


Der Fokus unserer Aufmerksamkeit entscheidet, wie wir uns fühlen. Fühlen wir uns gut, finden wir leichter Lösungen. Bewusster Aufmerksamkeitsfokus Worauf ist mein Lichtstrahl gerichtet? Lösung oder Problem Verbringen Sie mehr Zeit bei Lösungen/Positivem oder Problemen/Negativem? Auf Lösungen fokussieren Lenken Sie Ihre Taschenlampe auf Positives. Erforschen Sie mit dem Vergrösserungsglas: Was sind Ihre Stärken, Möglichkeiten, Ressourcen? Was gibt Ihnen Kraft? Tauchen Sie in eine positive Stimmung ein. Welche Lösungen erkennen Sie – auch wenn es nur erste Ideen sind? Schreiben Sie diese auf und fahren Sie mit der Übung «Lösungsschritte» fort. > Inspiration: Lösungsfokus




Lösungsschritte


Die Überzeugung der Lösungsorientierung ist: Positive Veränderungen geschehen in kleinen Schritten. Und: Wenig Information genügt für die Wahl der nächsten Schritte. Was ist das Ziel? Was möchten Sie erreichen? Was ist Ihr erwünschtes Ziel? Welche Wege führen dahin? Wie können Sie diesem Ziel näher kommen? Welche Möglichkeiten sehen Sie? Welche Strategien bieten sich an? Welche Wege sind andere schon erfolgreich gegangen? Was sind Lösungsschritte in die erwünschte Richtung? Welchen ersten kleinen Lösungsschritt gibt es? Welcher erste Schritt ist der einfachste? Wie geht dieser Schritt ganz genau? Notieren Sie sich, was zu tun ist. Beschreiben Sie ebenfalls, was nach diesem ersten Lösungsschritt anders sein wird als jetzt (auch wenn es nur etwas Kleines ist). Umsetzen Fokussieren Sie Ihre ganze Energie auf die Umsetzung dieses ersten Schrittes. Das Motto heisst: Tun! Welche weiteren Lösungsschritte braucht es? Überlegen und notieren Sie sich, welches die Folgeschritte sind, um dem erwünschten Ziel näher zu kommen. > Inspiration: Lösungsschritte




Lösungssprache


Worüber wir sprechen, beeinflusst unser gesamtes Erleben. Wollen wir Lösungen finden, hilft eine lösungsorientierte Sprache. Lösungsorientierte Fragetechniken zielen alle darauf ab, den Fokus auf Positives und Stärkendes zu richten. Ausnahme-Fragen Welche Momente gab es in letzter Zeit, in denen das Problem weniger schlimm war? Welche Zeiten gab es in der Vergangenheit, in denen es so war, wie Sie es gerne (wieder) hätten? Ressourcen-Fragen Was ist Ihnen heute bereits Positives gelungen? Was gibt Ihnen die Kraft, so geduldig nach Lösungen zu suchen? Was haben Sie in den letzten Tagen gut gemacht? Was sind Ihre Stärken? Hypothetische Fragen Angenommen, es würde morgen besser gehen, an was würden Sie das merken? Was wäre genau anders? Perspektiven-Fragen Wenn das Problem einmal gelöst wäre, was würden Sie dann machen, das Sie schon länger nicht mehr gemacht haben? Lösungsversuchs-Fragen Welche Lösungsideen haben Sie, die Sie noch nicht ausprobiert haben? Splitting-Fragen Auch wenn der aktuelle Zustand nicht einfach ist. Welche guten Seiten gibt es an Ihrer momentanen Situation? Weitere lösungsorientierte Fragebeispiele finden Sie unter den Fragetechniken. > Inspiration: Lösungssprache




Problem oder Einschränkung


Bei einem Problem suchen wir eine Lösung. Bei einer Einschränkung suchen wir einen konstruktiven Umgang. Einschränkung (an)erkennen Kann ich meine Lösung direkt beeinflussen? Nein? Dies zu (an)erkennen, kann der Schlüssel sein, um im Lösungsprozess voranzukommen. Wie können Sie die Situation neu interpretieren? Folgende Optionen bringen Sie weiter: Konstruktiven Umgang finden Wie können Sie mit der Einschränkung so umgehen, dass Sie trotzdem ein gutes Leben führen können? Indirekte Wege zum Ziel finden Welche indirekten Wege entdecken Sie, die Sie trotz der Einschränkung dem erwünschten Ziel näher bringen? Ein neues Ziel definieren Welches andere Ziel motiviert Sie ebenfalls? Denken Sie kreativ! Welche ersten Schritte können Sie in diese Richtung machen? Eigenes Verhalten ändern Wie können Sie Ihr eigenes Verhalten so ändern, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich beispielsweise eine andere Person so verhält oder verändert, wie Sie es gerne hätten? Experimentieren Sie mit guten Absichten. > Inspiration: Problem oder Einschränkung




Selbstgespräche


Ob und wie wir uns verändern oder unsere Ziele erreichen, hängt stark davon ab, wie wir mit uns selbst sprechen. Sich selbst zuhören Beobachten Sie Ihre Selbstgespräche und notieren Sie die wichtigsten Erkenntnisse. Wie begrüssen Sie sich am Morgen beim Aufstehen? Wie gehen Sie mit sich um, wenn Sie im Stress sind? Was sagen Sie sich, wenn Sie Bestärkung brauchen? Wie behandeln Sie sich, wenn Ihnen ein Fehler passiert? Wirkung beobachten Achten Sie darauf, welche Selbstgespräche stärkend und welche schwächend wirken. Welche inneren Gespräche bringen Sie Ihrem Gewünschten näher und unterstützen Sie in Ihren Lösungsschritten und welche nicht? Positive Selbstgespräche fördern Achten Sie im Alltag auf positive Selbstgespräche und aktivieren Sie diese bewusst. Begleiten Sie sich wie ein bester Freund oder eine beste Freundin. Was tut Ihnen gut, was bringt Sie weiter, was motiviert Sie? > Inspiration: Selbstgespräche




So-tun-als-ob


Entweder man wartet bis man bereit ist. Oder man macht sich bereit, um mal zu machen. Das Prinzip ist folgendes: Tu so, und dann wirst du so! Wie ist das Erwünschte? Stellen Sie sich vor, Sie wären bereits da, wo Sie sein wollen. Was würden Sie dann tun? Wie würden Sie denken, wie fühlen? Wie würden Sie sich bewegen, wie anziehen? Wie würden Sie handeln, wie mit anderen Menschen in Kontakt treten? Wenn-dann-Bedingungen überprüfen Welche «Wenn-Kriterien» haben Sie aufgestellt, die Sie überspringen könnten – auch wenn es Mut braucht? Mit welchen «Dann-Verhaltensweisen» können Sie bereits beginnen, auch wenn es ungewohnt ist? So tun, als ob Probieren Sie es aus. Seien Sie die Person, die Sie in Zukunft gerne sein möchten. Wagen Sie erste Schritte, experimentieren Sie, bewegen Sie sich aus dem gewohnten Bereich ... Und tun Sie mehr von allem, was sich gut anfühlt. Bringen Sie das neue Verhalten in möglichst viele Situationen und Begegnungen – sodass es immer normaler und schliesslich zur Gewohnheit wird. > Inspiration: So-tun-als-ob




Veränderungstraining


Die Lösung – auch von grossen Problemen – liegt meist in der Veränderung von Gewohnheiten. Das Rezept ist «etwas Anderes tun» oder «Etwas anders tun». Laut Studien braucht ein Mensch durchschnittlich 66 Tage, um sich eine neue Gewohnheit anzueignen. Sich auf ein Quäntchen Ausdauer einzustellen, macht also durchaus Sinn. Mit folgenden Prinzipien sind wir erfolgreicher: Das Prinzip der «kleinen Gewohnheiten» Neue Gewohnheiten sollten am Anfang möglichst kurz, einfach und mit wenig Motivation ausführbar sein. Die Menge oder Länge kann nach ersten Erfolgen immer noch gesteigert werden. Dies ist vielversprechender als mit grossen, schwierigen Vorsätzen zu starten. Das Prinzip der Wiederholungen Mit einmal Hanteltraining haben wir noch keinen Unterarm wie Popeye. So ist es auch bei neuen Gewohnheiten. Einmal ist noch keinmal. Gewohnheiten wachsen nur, wenn wir sie regelmässig wiederholen, damit sich Automatismen bilden. Das Prinzip der Erinnerungen Nicht selten scheitern Gewohnheitsänderungen, weil wir sie schlicht vergessen oder zeitlich schlecht planen. Die simple Empfehlung ist: Setzen Sie Erinnerungshilfen ein. Dazu dienen Notizzettel, Agenda, farbige Klebepunkte, Accessoires und vieles mehr. Das «Wenn­-dann­-Prinzip» Am einfachsten lassen sich Gewohnheiten in das Leben einfügen, wenn wir neue Gewohnheiten an bestehende Abläufe heften. Zum Beispiel: Beim Anziehen der Socken fünf Liegestützen machen. Sich bei jeder Kaffeepause an etwas erinnern, das gut gelaufen ist. Nach dem Einsteigen ins Auto kurz den Körper wahrnehmen und entspannen. > Inspiration: Veränderungstraining




Würdigen


Es ist nicht so entscheidend, ob wir über «Probleme» reden, sondern WIE wir von ihnen reden. Beispiele zum Würdigen:

  • «Wie haben Sie es geschafft, trotz dieses Problems das Rad solange am Laufen zu halten? Was hat Ihnen dabei geholfen? Wie schaffen Sie das?»
  • «Sie haben sich viele Gedanken zur Situation gemacht. Und ich sehe, dass Sie dies aus besten Absichten für eine bessere Zukunft getan haben. Haben Sie bereits Ideen, wie diese aussehen könnte?»
  • «Sie erzählen Ihre Situation sehr klar, obwohl die grosse Belastung deutlich spürbar ist. Wie gelingt es Ihnen, bei all den Problemen trotzdem einen kühlen Kopf zu behalten?»
  • «Der Humor ist Ihnen anscheinend nicht abhanden gekommen. Was gibt Ihnen die Gelassenheit, Ihre Situation immer wieder aus Distanz zu betrachten und sogar darüber lachen zu können?»
Genauso können wir uns selbst würdigen, wenn wir ein Problem haben. > Inspiration: Würdigen




Zeitreise


Gute Zeiten von «gestern» liefern wertvolle Lösungshinweise für «morgen». Wann war es besser? Schauen Sie zurück auf die letzten Stunden, Tage, Wochen (oder auch Monate, Jahre) und halten Sie die Momente fest, in denen es besser war. Halten Sie Ausblick nach Zeiten in denen es so war, wie Sie es wollen. Oder nach Situationen, in denen Sie bereits taten, was sie wieder tun möchten. Oder nach Augenblicken, in denen das Problem kleiner oder ganz weg war. Was war dann anders? Was war/ist in diesen Momenten anders? Und ganz wichtig: Was taten/tun Sie anders? Erforschen Sie nicht nur die Umstände, sondern auch Ihre Gefühle, Gedanken, Handlungen, sozialen Kontakte. Kurz: Wie war Ihr Leben im Detail in diesen «Ausnahmezeiten»? Was heisst das für jetzt? Was von all dem könnten Sie wieder mehr tun? Was können Sie wieder mehr denken, fühlen, machen, das sich auch auf Ihre aktuelle Situation positiv auswirkt? Was und wer würden dabei helfen? Was sind mögliche, nächste kleine Schritte? > Inspiration: Zeitreise




Zielvision


Kennen wir das Problem, kennen wir noch lange nicht die Lösung. Aber: Kennen wir das Ziel, können wir sofort erste Lösungsideen entwerfen. Wohin soll es gehen? Woran würden Sie merken, dass Sie eine positive Veränderung oder Entwicklung gemacht haben? Wie wäre es, wenn es (etwas) besser ist? Woran würden Sie merken, dass Ihr Problem gelöst ist? Wie ist es dort genau? Was ist dann anders als jetzt? Wie handeln Sie, denken Sie, fühlen Sie, wenn Sie das Gewünschte erreicht haben? Wie wird es Ihr Umfeld merken, dass eine positive Veränderung stattgefunden hat? Wie geht es dorthin? Welche Schritte bringen Sie dem Erwünschten näher? Was brauchen Sie zuerst? Was kommt danach? Was gibt Ihnen Energie, Mut und Vertrauen? Wer kann Sie unterstützen? > Inspiration: Zielvision




Zukunfts-Ich


Je anschaulicher und greifbarer ein erwünschter Zielzustand ist, desto besser können wir den Weg dorthin navigieren. Beschreibung des Horror-­Ichs Was ist die schlimmste Vorstellung von sich selbst in der Zukunft? Beschreiben Sie das Leben des Horror-Ichs möglichst genau – dies hilft, eine klare Vorstellung davon zu bekommen, wohin Sie sich nicht entwickeln möchten. Beschreibung des Wunsch­-Ichs Was ist Ihr erwünschtes Zukunfts-Ich? Beobachten Sie es vor dem inneren Auge. Beschreiben Sie das Leben des Wunsch-Ichs möglichst genau. Was ist Nahrung für das Wunsch­-Ich? Nutzen Sie das Zukunfts-Ich im Alltag als Orientierungshilfe. Fragen Sie sich immer wieder (vor allem bei bevorstehenden Handlungen, Entscheidungen): Nähre ich damit mein Wunsch-Ich (oder mein Horror-Ich)? > Inspiration: Zukunfts-Ich




Externalisieren


Wenn uns Probleme zu nahe kommen, können wir Distanz schaffen und ihnen einen neuen Platz zuweisen. Problem-Symbol definieren Finden Sie ein beliebiges, passendes Symbol für das Problem (Figur, Kugelschreiber, Stein, farbiges Papierblatt o. ä.). Stellen Sie sich vor, dass das Symbol alle Ihre belastenden Gedanken und Gefühle verkörpert. Geben Sie dem Problem einen passenden, neuen Namen. Symbol in eine angenehme Distanz legen Platzieren Sie das Symbol so, dass Sie genügend Entfernung wahrnehmen. Wählen Sie den Platz anhand eines guten Bauchgefühls, achten Sie dabei auf positive Reaktionen wie Erleichterung. Erwünschtes benennen und symbolisieren Was möchten Sie anstelle des Problems gerne Positives fühlen und erleben? Finden Sie dafür ebenfalls ein passendes Symbol. Positiv-Symbol in eine angenehme Nähe legen Positionieren Sie das positive Symbol so, dass es sich gut anfühlt, achten Sie auf Gefühle wie Freude, Kraft, Zuversicht. > Inspiration: Externalisieren





LösungsParkour

21 Inspirationen

aus dem lösungsorientierten Coaching

zum Entdecken und Kreieren von Lösungen

für Laien und Geübte

Texte von Simone Tschopp

Psychologin & Coach

Illustrationen von Georges Rechberger

freischaffender Künstler

© 2020 Klinik Selhofen | www.selhofen.ch