Fragetechniken 

Auftragsklärungs-Fragen


Ziel: Anliegen und Vorstellungen für die Zusammenarbeit klären.

  • Was motiviert Sie, bei mir Hilfe/Beratung/Unterstützung zu suchen? Welche Idee hat dazu geführt?
  • Wozu soll unsere Zusammenarbeit gut sein? Was soll sie hervorbringen? Welchen Nutzen haben Sie dann davon?
  • Gibt es jemanden, der erwartet, dass wir zusammenarbeiten? Haben Sie eine, Idee, warum XY dies möchte? Was halten Sie selbst von dieser Idee? Gibt es auch eigene Anliegen, für welche Sie unsere Begegnung/Zusammenarbeit nutzen könnten?
  • Was sind Ihre Erwartungen an mich? Was erhoffen Sie sich von mir? Welche Aufgabe sehen Sie für mich in unserer Zusammenarbeit? Was soll meine Rolle sein?
> Inspiration: Anliegen klären




Ausnahme-Fragen


Ziel: Gute Zeiten und Momente der Vergangenheit erkunden. Ausnahmen erkunden

  • Welche Momente gab es in der letzten Zeit, in denen es besser/gut war?
  • Wann erlebten Sie Zeiten, die so waren, wie Sie es gerne hätten?
  • Was gelang ihnen bereits von dem, was sie anstreben?
Unterschiede herausheben
  • Was ist in diesen "Ausnahmezeiten" anders?
  • Was ist anders in Ihrem Verhalten? Was denken oder fühlen Sie anders? Was ist sonst noch anders?
Aussensicht einnehmen
  • Was erkennt jemand von aussen, wenn diese "Ausnahmen" auftreten?
  • Was denken Sie, wie erleben andere Sie, wenn Sie sich in diesen "Ausnahme-Zeiten" befinden?
Mit Lösungen verbinden
  • Was von dem können Sie bewusst und aktiv mehr tun?
  • Welche Lösungsideen können Sie daraus ableiten?
> Inspiration: Zeitreise




Auswirkungs-Fragen


Ziel: Auswirkungen der Zielerreichung erkunden.

  • Angenommen, Sie hätten Ihr Ziel/Ihren erwünschten Zustand erreicht, welche Auswirkungen hätte dies?
  • Welche Auswirkungen, die Sie erwarten, finden Sie positiv? Welche negativ?
  • Wie könnten Sie mit den negativen Auswirkungen umgehen bzw. ihnen vorbeugen, damit Ihre Zielerreichung trotzdem sinnvoll und motivierend ist?

> Inspiration: Auswirkungen




Bewahrenswertes-Fragen


Ziel: Wichtige, wertvolle, geliebte Sachen entdecken.

  • Was ist schon gut und soll so bleiben, wie es ist?
  • Was an Ihrem Leben, Ihrer Beziehung, Ihrer Persönlichkeit, Ihrer Arbeit, Ihrer Freizeit usw. ist jetzt schon gut?
  • Was sagt das über Ihre Stärken und Fähigkeiten aus?
  • Wie können Sie all das (weiterhin) pflegen und nähren, was Ihnen gut tut?
  • Wie könnten Sie würdig verabschieden, was nicht mehr zum "neuen Leben" passt (obwohl es Ihnen vielleicht wichtig und lieb ist)?
> Inspiration: Bewahrenswertes




Coping-Fragen


Ziel: Ressourcen, Stärken, Fähigkeiten, Gelingendes (trotz Problemen) erkennen.

  • Wie in aller Welt haben Sie es überhaupt geschafft, trotz des Problems solange durchzuhalten und sich nicht unterkriegen zu lassen?
  • Sie wirken ruhig. Wie bringen Sie es fertig, in dieser anspruchsvollen Lebenssituation einen kühlen Kopf zu bewahren?
  • Was hilft Ihnen, die Energie für den Alltag immer wieder aufs Neue aufzubringen?
  • Ich finde es bewundernswert, dass Sie Ihr Leben trotz allen Herausforderungen meistern. Was gibt Ihnen die Kraft und Motivation dazu?
  • Sie haben offensichtlich viel erreicht in Ihrem Leben und müssen über einige Fähigkeiten und Stärken verfügen. Welche sind das?
  • Es scheint mir, als hätten Sie einige Strategien entwickelt, mit Ihrem Problem umzugehen. Welche davon finden Sie die Beste? Warum?
  • Wie haben Sie es geschafft, die Hoffnung zu behalten?
> Inspiration: Würdigen




Einstiegs-Fragen


Ziel: Von Anfang an auf Positives, Möglichkeiten, Lösungen, Ziele fokussieren.

  • Was ist Ihnen heute bereits Positives gelungen?
  • Was müsste in unserer heutigen Zusammenarbeit geschehen, damit Sie sagen können, dass es sich gelohnt hat?
  • Was müsste am Ende der Sitzung anders sein, damit es für Sie hilfreich war?
  • Was hat sich seit dem letzten Mal verändert/verbessert?
  • Wie haben Sie es geschafft, dass Sie heute so zufrieden/motiviert/entspannt wirken?
  • Was haben Sie in der letzten Woche erlebt, das darauf hindeutet, dass Sie auf gutem Weg sind?
  • Was möchten Sie heute zur Sprache bringen, weil Sie denken, dass es Ihre Situation verbessert oder Sie Ihren Zielen näher bringt?
  • Falls wir heute richtig gut zusammenarbeiten, an was würden Sie das merken? Was machen Sie? Was mache ich?




Evaluative Fragen


Ziel: Fortschritte und kleinste Veränderungen würdigen.

  • Oft geschehen von der Anmeldung bis zum Erstgespräch bereits erste (wenn auch kleine) positive Veränderungen. Was haben Sie in dieser Zeit beobachtet?
  • Wenn Sie so berichten, ist offensichtlich, dass Sie Ihrem Ziel näher kommen. Was ist seit unserem letzten Treffen alles besser geworden?
  • Ich erlebe Sie zufrieden und kraftvoll. Was trägt dazu bei?
  • Zu diesen erfreulichen Veränderungen gratuliere ich Ihnen herzlich. Wie haben Sie Ihre ersten Erfolge gefeiert?
  • Sie sagen, dass Sie stagnieren. Wenn wir mit einem Vergrösserungsglas die letzten Tage betrachten würden: Wo gab es doch kleine Anzeichen für erste Verbesserungen?
Hinweis: Evaluative Fragen lassen sich gut mit Skalen-Fragen verbinden. Zum Beispiel: Sie machen Fortschritte. Wo würden Sie sich heute auf der Skala von 0 bis 10 einschätzen (wenn 10 das Ziel ist)?




Hypothetische Fragen


Ziel: Positive Hypothesen und Möglichkeiten kreieren.

  • Angenommen es gäbe eine Lösung für Ihr Problem, wie würde diese am ehesten aussehen?
  • Was würde passieren, wenn Sie morgen Ihr Ziel erreicht hätten?
  • Was wäre anders als heute, wenn in zwei Monaten Ihr Problem verschwunden wäre?
  • Hätten Sie weitere Lösungsideen, wenn Zeit keine Rolle spielen würde?
  • Was würde passieren, wenn Sie Ihr Chef morgen spontan befördern würde?
  • Was würden Sie tun, wenn niemand anders von Ihrem Entscheid betroffen wäre?
  • Stellen Sie sich vor, Sie hätten unbegrenztes Budget. Wie würden Sie das Problem angehen?
  • Was würden Sie tun, wenn Sie keine Angst vor dem Scheitern hätten?
  • Was würde sich verändern, wenn in den nächsten Wochen alles wie erwünscht laufen würde?
  • Angenommen unsere Zusammenarbeit bringt Sie weiter, woran würden Sie dies erkennen? Was wären erste Anzeichen dafür?
Hinweis: Die Wunderfrage ist eine klassisch lösungsorientierte und hypothetische Frage.




Immunisierungs-Fragen


Ziel: Schwierigkeiten, Rückschritte und Enttäuschungen "immunisieren".

  • Veränderungsprozesse haben meist einen sogenannten zirkulären Charakter, sprich es kann zu Umwegen kommen. Wie würden Sie damit umgehen, sodass Sie Ihr Ziel am Schluss trotzdem erreichen?
  • Was gibt Ihnen Kraft, über allfällige Rückschläge oder Hürden hinwegzukommen?
  • Angenommen, Ihr Problem würde sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder ankündigen. Wie könnten Sie sich verhalten, damit es nicht Überhand nimmt?
  • Sie selbst kennen sich am besten. Was hilft Ihnen, motiviert zu bleiben, auch wenn es mal harzig läuft?
  • Es gibt die Aussage: "Umfallen, Aufstehen, Krone richten". Was ist Ihr Rezept, wenn Sie auf dem Weg zum Erwünschten mal "hinfallen"?




Lösungsversuchs-Fragen


Ziel: Bisherige Lösungsversuche würdigen und gute Lösungsversuche (re)aktivieren.

  • Welche bisherigen Lösungsversuche waren erfolgreich? Wie haben Sie das geschafft? Worauf sind Sie besonders stolz?
  • Sie haben wirklich schon viel ausprobiert, um Ihr Problem zu lösen. Das verdient grossen Respekt. Was haben Sie daraus gelernt, das für jetzt hilfreich ist?
  • Anscheinend waren Sie Ihrem Ziel schon einmal ziemlich nahe. Was haben Sie da genau gemacht? Worauf könnten Sie in der heutigen Situation wieder zurückgreifen?
  • Wie könnten Sie ein Prinzip der Lösungsorientierung in Ihrem Leben anwenden: "1. Wenn etwas funktioniert, mache mehr davon. 2. Wenn etwas nicht funktioniert, höre damit auf."?
> Inspiration: Bisherige Lösungsversuche




Normalisierungs-Fragen


Ziel: Problemerleben würdigen und Problemreaktionen "normalisieren".

  • Wenn ich Ihnen zuhöre, finde ich es völlig verständlich, dass Sie über die Situation traurig sind. Das würde wohl vielen so gehen. Was würden Sie einer anderen Person raten, die in der gleichen Situation ist?
  • Probleme sind etwas Menschliches, viele erleben Zeiten von Krisen. Doch Ihr Problem verdient selbstverständlich eine eigene und massgeschneiderte Lösung. Welche Ideen haben Sie bereits, wie sich Ihr Zustand bald verbessern könnte?
  • Es ist ganz normal, dass Sie sich als Elternteil/als Chef/als Partnerin Sorgen machen. Was müsste sich nun ändern, damit Sie trotz der Sorgen wieder mehr Lebensqualität/Freude/Energie haben?
  • Es scheint, als wäre dies sehr nachvollziehbar, ja schon fast normal, dass Sie sich in dieser Situation ängstlich und verzweifelt fühlen. Oder was würden Sie dazu sagen, wenn Sie hören würden, was Sie soeben erzählt haben?




Operationale Frage


Ziel: Lösungsschritte konkretisieren und Vereinbarungen treffen.

  • Wann werden Sie die Veränderung in Angriff nehmen?
  • Was werden Sie als Erstes tun?
  • Auf wann planen Sie den nächsten Schritt? Wie sieht dieser genau aus?
  • Wie sieht der Plan für die nächste Woche aus?
  • Bis wann wollen Sie Ihr Ziel erreicht haben?
  • Welche Zwischenschritte können Sie schon jetzt beschreiben und terminieren?
  • Was werden Sie bis zum nächsten Wiedersehen bereits erledigt haben?
  • Wie werden Sie sich für den nächsten, erfolgreichen Schritt belohnen?
> Inspiration: Lösungsschritte




Reframing-Fragen (Umdeutung)


Ziel: Neuinterpretationen anregen.

  • Wenn Sie Ihre Situation mal aus einer ganz anderen Perspektive anschauen würden, was würden Sie dann sehen?
  • Manchmal sind Probleme auch Ausdruck dafür, dass Bedürfnisse zu kurz kommen. Wenn Sie es mal aus dieser Sichtweise betrachten: Welche Bedürfnisse könnten Sie in Zukunft mehr beachten?
  • Angenommen, man würde Ihren Lebensstil kreativ statt chaotisch nennen, was würde das verändern?
  • In Problemsituationen kommen häufig Fähigkeiten und Stärken zum Vorschein, denen man sich vorher gar nicht so bewusst war. Welche sind das bei Ihnen?
  • Sie sagen, dass Sie in den letzten Jahren Ihre Zeit vergeudet haben. Könnte man dies auch anders sehen, sodass es Ihnen mehr gerecht wird?
> Inspiration: Brillenwechsel




Ressourcen-Fragen


Ziel: Ressourcen, Fähigkeiten, Hoffnung aktivieren und Selbstvertrauen stärken.

  • Über welche Fähigkeiten verfügt jemand, der so mutig ist wie Sie gerade?
  • Ich bin beeindruckt von Ihren vielen, guten Ideen. Wie kommt es, dass Sie so kreativ sind?
  • Auf welche Ressourcen können Sie zurückgreifen, um auch in Zukunft Ihr Lächeln zu behalten?
  • Was gibt Ihnen die Hoffnung, dass Sie Ihr Ziel aus eigener Kraft/in nützlicher Frist erreichen werden?
  • Welche Ihrer Stärken sind Ihnen in der jetzigen Situation besonders hilfreich?
  • Für welche Eigenschaften erhalten Sie die meisten Komplimente?
  • Was an Ihrer Persönlichkeit wird es ausmachen, dass Sie auch die nächste Hürde souverän meistern werden?
  • Was denken Sie, was mich an Ihren Fortschritten am meisten beeindruckt?
  • Wie könnten Sie mit sich selbst sprechen, sodass Sie sich immer wieder Ihrer Stärken und Fähigkeiten bewusst werden?
> Inspiration: Selbstgespräche




Skalierungs-Fragen


Ziel: Unterschiede und Verhältnisse bewusst machen. Ziel-Skala

  • Stellen Sie sich eine Skala von 0 bis 10 vor. Zehn steht dafür, wie es wäre, wenn das Erwünschte (das Ziel) erreicht wäre. Null steht für das Gegenteil. Wo befinden Sie sich jetzt auf der Skala?
  • Würdigen: Wie haben Sie es geschafft, dass Sie bereits auf X stehen? Was macht es aus, dass Sie nicht auf der Null sind?
  • Zufriedenheitswert: Wo müssten Sie auf der Skala sein, damit Sie sagen könnten, es ist ok (wenn auch nicht perfekt)?
  • Nächste Schritte: Was wäre auf der Skala ein nächster Schritt zum Ziel? Was macht den Zustand auf dem neuen Skalenwert aus? Was würden Sie dann konkret anders tun als jetzt? Wo genau liegt der Unterschied?
weitere Skalenmöglichkeiten
  • Wie zuversichtlich sind Sie auf einer Skala von 0 bis 10, dass sich Ihr Ziel erreichen lässt?
  • Wie schätzen Sie Ihre Leistungen bei der Arbeit auf einer Qualitätsskala von 0 bis 10 ein?
  • Wie beurteilen Sie die nächsten Schritte auf einer Schwierigkeitsskala von 0 bis 10?
  • Wie gut geht es Ihnen im Vergleich zum letzten Monat auf einer Skala von 0 bis 10?
  • Wenn der perfekte Tag eine 10 auf einer Skala von 0 bis 10 ist: Welches war der höchste Wert, den Sie heute erlebt haben?
  • Wie optimistisch sind Sie auf einer Skala von 0 bis 10, dass Sie bis zu unserem nächsten Treffen, die nächsten Schritte umsetzen werden?
  • Wie ordnen Sie das jetzige Problem im Vergleich zu früheren Problemen auf einer Skala von 0 bis 10 ein?
  • Wenn eine gute Entscheidung die 10 auf einer Skala von 0 bis 10 ist: Wie nahe an der Entscheidung sind Sie bereits dran?
Hinweis: Skalierungs-Fragen können sehr gut mit Gegenständen (Skizze, Schnur, Massstab), Örtlichkeiten (Flur, Treppenhaus, Weg) oder Metaphern (Leiter, Farbskala, Reiseziel, Turm) verbunden werden, was deren Wirkung intensiviert.




Splitting-Fragen


Ziel: Das Gute im Schlechten sichtbar machen.

  • Sie haben mir nun hauptsächlich von den schlechten Sachen an Ihrer Situation berichtet. Darf ich zur Vollständigkeit noch fragen, was das Gute ist?
  • Ich habe gehört, dass es einige Schwierigkeiten gibt in Ihrem Leben. Jetzt bin ich neugierig: Was alles funktioniert wie gewünscht?
  • Häufig haben Probleme neben ihren Nachteilen auch andere Seiten. Was könnten Sie Ihrer Situation Schönes/Lehrreiches/Gutes abgewinnen?
  • Angenommen, Sie tun Ihr Bestmögliches und doch ist es Ihnen noch nicht (ganz) gelungen, die erwünschte Veränderung zu machen. Welche "guten Gründe" gibt es dafür? Welche Bedürfnisse oder Motive stecken womöglich dahinter?




Stattdessen-Fragen


Ziel: Von "Vermeidungszielen" auf "Annäherungsziele" umlenken.

  • Was soll in Zukunft anstelle des Problems sein? Wie würde Ihr Leben dann aussehen? Was kommt Positives hinzu, wenn das Problem/die Angst/der Schmerz weg ist?
  • So wie Sie mir erzählen, nimmt das Problem aktuell viel Energie und Zeit in Anspruch. Angenommen, das Problem wäre gelöst, was würden Sie mit dieser Energie und Zeit anstellen?
  • Sie sagen, dass es Ihr Ziel ist, weniger zu rauchen/essen/arbeiten. Was würden Sie stattdessen tun?
  • Angenommen, Sie haben Ihr Problem gelöst, was wäre dann ein wichtiger Bestandteil Ihres Alltags?
  • Manchmal kann eine Art Leere entstehen, wenn ein grosses Problem plötzlich gelöst ist. Wie würden Sie Ihr Leben "ohne Problem" gestalten, um Fülle statt Leere zu erleben?
> Inspiration: Zielvision




Wunderfrage


Ziel: Konkrete Fantasie für das erwünschte Leben anregen.

  • Stellen Sie sich vor, Sie gehen heute Abend ins Bett und während dem Sie schlafen, geschieht ein Wunder. Alles ist wieder gut in Ihrem Leben, einfach so... Am Morgen, wenn Sie erwachen, wissen Sie noch nichts vom Wunder, weil Sie ja geschlafen haben. Später aber, irgendwann merken Sie es. Woran würden Sie als Erstes feststellen, dass das Wunder geschehen ist? An was noch? Und an was noch?
  • Was wäre, wenn das Problem plötzlich gelöst wäre?
  • Wie würde Ihre Situation in einer perfekten Welt aussehen?
  • Was wäre, wenn Ihr Leiden über Nacht einfach aufhört?
  • Angenommen, der nächste Tag ist perfekt: Wie sieht er aus?
  • Stellen Sie sich vor, Sie gewinnen heute im Lotto: Was dann?
> Inspiration: So-tun-als-ob




Zirkuläre Fragen


Ziel: Aussenperspektive und neue Einsichten anregen.

  • Wenn wir Ihren Partner/Ihre Partnerin fragen würden, welche positiven Veränderungen er/sie in letzter Zeit beobachtet hat. Was würde er/sie wohl sagen?
  • Wenn Ihr Chef/Ihre Chefin hier wäre und Rückmeldungen zu Ihren Leistungen geben würde. Was würde er/sie uns berichten?
  • Was denken Sie, was hält Ihre Frau/Ihr Mann von Ihren Lösungsideen? Welche Auswirkungen hätten die Lösungsschritte auf Ihre Frau/Ihren Mann - und wie würde sie/er darauf reagieren?
  • Angenommen Ihre Kinder würden Ihnen alles mitteilen, was Sie gut an Ihnen finden. Worüber würden Sie sich am meisten freuen?
  • Im letzten halben Jahr haben Sie tolle Fortschritte gemacht. Was würde wohl Ihre Katze dazu sagen, wenn wir sie fragen könnten?
  • Was würde einer Person positiv auffallen, die Sie vor 5 Jahren zuletzt gesehen haben und der Sie heute wieder begegnen?




Begründungs-Fragen


Ziel: Lösungsideen festigen.

  • Wie kommen Sie zur Idee, auf diese Weise Ihrem Ziel näher zu kommen?
  • Wann sind Sie zu dieser Einsicht gekommen?
  • Wie sicher sind Sie (auf einer Skala von 0 bis 10), dass es funktionieren wird? Was macht es aus, dass Sie davon so überzeugt sind?
  • Können Sie mir Ihr geplantes Vorgehen genauer erklären?
  • Welche eigenen Fähigkeiten können oder müssen Sie dafür aktivieren und nutzen?




Paradoxe Fragen


Ziel: Problemverstärkende Verhaltensweisen bewusst machen.

  • Wie liesse sich das Problem noch verstärken?
  • Wie könnten Sie Ihr Vorhaben völlig zum Scheitern bringen?
  • Angenommen Sie würden Ihr Ziel nie erreichen, was würde dann passieren?
  • Was können Sie tun, um XY nicht zu bekommen?
  • Was müssen Sie tun, um Ihrer Gesundheit noch weiter zu schaden?
  • Wie können Sie wirklich unglücklich werden?
  • Was klappt auf keinen Fall?
  • Was müssten Sie tun, um zum eigenen Horror-Ich zu werden?
> Inspiration: Zukunfts-Ich




Lösungsfokussierende Fragen


Ziel: Lösungen erkunden und kreieren.

  • Was wäre eine gute Veränderung Ihrer Situation?
  • Was wäre eine gute Lösung? Welche Lösungsideen haben Sie?
  • Erzählen Sie mir von Ihrer erwünschten Zukunft ... und wie Sie dorthin kommen könnten.
  • Wie könnten Sie Ihrem Ziel schon mal ein bisschen näher kommen?
  • Wie sind die Zeiten, in denen das Problem weniger ist? Welche Hinweise gibt das?
  • Welche bisherigen Lösungsversuche waren erfolgreich? Wie können Sie mehr davon tun?
  • Was wäre eine hilfreiche, nächste Handlung?
  • Welche Lösungsideen ergeben sich aufgrund Ihrer eigenen Stärken und Fähigkeiten?
  • Was können Sie heute tun, dass es morgen schon ein wenig besser ist?
Lösungsschritte
  • Welches wäre ein erster Schritt auf dem Weg zum Ziel? Welches wäre ein erster kleiner Schritt? Welches wäre ein erster klitzekleiner Schritt?
  • Welches wäre ein erster kleiner Schritt, zu dem Sie Lust hätten oder der Ihnen Freude machen würde?
> Inspiration: Lösungssprache, Lösungsfokus, Lösungsschritte




Relations-Fragen


Ziel: Relation (Beziehung) zum Problem verändern und Distanz schaffen. Problem umplatzieren

  • Stellen Sie sich vor, das Problem würde irgendwo in diesem Raum stehen, sitzen, liegen oder hängen. Wo wäre es? Wie sieht es aus? Was macht es dort?
  • Angenommen, Sie könnten die Lage des Problems beeinflussen, sodass es sich für Sie besser/leichter/angenehmer anfühlt? Wohin würden Sie es tun?
  • Stellen Sie sich diese Veränderung genau vor. Was verändert es?
Problem symbolisieren
  • Definieren Sie einen Gegenstand, welcher das Problem verkörpert (z. B. Stift, Papierblatt, Stuhl, Stein). Wo könnten Sie diesen Gegenstand deponieren, damit es sich besser/leichter/angenehmer anfühlt?
  • Wo könnten Sie bei sich zu Hause/auf der Arbeit den Gegenstand platzieren, damit "das Problem" in einem angenehmen Abstand zu Ihnen ist?
> Inspiration: Externalisieren




Restriktions-Fragen


Ziel: Konstruktiver Umgang mit Einschränkungen (Restriktionen) anregen.

  • Wie können Sie die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sich Ihr Problem lösen wird - auch wenn es im Moment noch nicht danach aussieht?
  • Es ist sehr nachvollziehbar, dass Sie Ihren Chef gerne ändern möchten, was anscheinend ziemlich unmöglich ist. Wie könnten Sie stattdessen mit der Situation anders umgehen, sodass Sie trotzdem wieder gerne arbeiten?
  • Manchmal kann man etwas nicht verändern, auch wenn man sein Allerbestes gibt. Was würde es Ihnen erleichtern, mit diesem Umstand umzugehen?
  • Es gibt Probleme, bei welchen man vor einer unüberwindbaren Mauer steht - so wie Sie es gerade bei Ihnen beschreiben. Welche Wege führen an der Mauer vorbei?
  • Sie haben Recht, wenn nur die Umstände sich ändern würden, wäre vieles anders. Worauf können Sie nichtsdestotrotz Ihre Hoffnung stützen, damit es auch so zu einer Verbesserung kommen kann?
> Inspiration: Problem oder Einschränkung




Ziel-Fragen


Ziel: Klare Vorstellung davon kreieren, wo die "Reise" hingehen soll.

  • Woran werden Sie merken, dass Ihr Problem gelöst ist? Was werden Sie dann tun, was Sie jetzt (noch) nicht tun?
  • Beschreiben Sie mir Ihre erwünschte Zukunft/Ihr Ziel möglichst konkret? Was ist dann anders als jetzt? Wie handeln/denken/fühlen Sie, wenn Sie das Gewünschte erreicht haben?
  • Wie würde es Ihr Umfeld wahrnehmen, dass eine positive Veränderung stattgefunden hat? Was würde einem Aussenstehenden wohl als Erstes auffallen? Welche Veränderung wird ihn am meisten beeindrucken?
  • Wie soll das Ergebnis unserer Zusammenarbeit aussehen? Wie wichtig ist es für Sie auf einer Skala von 0 bis 10? Was genau ist wichtig?
  • Was haben Sie davon, wenn Sie Ihr Ziel erreichen? Was genau ist Ihr Nutzen?
  • Ich kann gut verstehen, dass Sie am liebsten alles aufs Mal verändern möchten. Ihre Vision ist wunderbar. Welche Zwischenziele sehen und motivieren Sie?
Hinweis: Es ist sinnvoll bei der Zielklärung auch Auswirkungs-Fragen zu stellen. Zudem können Ziel-Fragen sehr gut unterstützt werden, indem das Ziel symbolisch sichtbar (Bild, Gegenstand, Skizze, Foto usw.) gemacht wird. > Inspiration: Zielvision, Zukunfts-Ich





LösungsParkour

21 Inspirationen

aus dem lösungsorientierten Coaching

zum Entdecken und Kreieren von Lösungen

für Laien und Geübte

Texte von Simone Tschopp

Psychologin & Coach

Illustrationen von Georges Rechberger

freischaffender Künstler

© 2020 Klinik Selhofen | www.selhofen.ch