• Simone Tschopp

EXTERNALISIEREN | Probleme wegstellen, Lösungen mitnehmen

Wenn uns Probleme zu nahe kommen, können wir Distanz schaffen und ihnen einen neuen Platz zuweisen.

PROBLEME SIND UNS GERNE NAHE

Probleme sitzen gerne im Nacken, liegen auf dem Magen, stehen uns im Weg, gehen ans Herz, rauben uns den Schlaf, nisten sich in Beziehungen ein. Sie machen sich zuweilen ohne offizielle Erlaubnis gross und breit in unserem Leben. Was mal mit einem «sporadischen Besuch» angefangen hat, kann in einer mächtigen Vereinnahmung enden. Sie haften an uns wie Kaugummi am Schuh oder sitzen hartnäckig in uns drin ... bis wir sie endlich gelöst haben. Doch

bis es so weit ist, was sollen wir tun? Wie gelingt ein bestmögliches Leben trotz Problem? Zwei bewährte Strategien sind: Distanz schaffen und externalisieren (was so viel heisst wie «von innen nach aussen verlagern»).



ANREGUNGEN FÜR MEHR DISTANZ

  • Sich trotz Problem ein gutes Leben gönnen.

  • Auf das konzentrieren, was man gerade tut, anstatt am Problem rumzudenken (weil das sowieso nicht per se zu Lösungen führt).

  • Das Problem als das sehen, was es ist und nicht als Diktator unseres Lebens.

  • Sich nur zu bestimmten Tageszeiten und mit beschränkter Zeitdauer mit dem Problem beschäftigen.

  • Das Problem würdigend behandeln und mit einem Lösungsfokus betrachten.

  • Die Beziehung zum Problem und das «Zusammenleben» bewusst neu gestalten.

  • Dem Problem einen klaren Platz zuweisen – wie einem Hund, der ins Körbchen gehört.


ÜBUNG ZUM EXTERNALISIEREN

  1. Problem-Symbol definieren | Finden Sie ein beliebiges, passendes Symbol für das Problem (Figur, Kugelschreiber, Stein, farbiges Papierblatt o. ä.). Stellen Sie sich vor, dass das Symbol alle Ihre belastenden Gedanken und Gefühle verkörpert. Geben Sie dem Problem einen passenden, neuen Namen.

  2. Symbol in eine angenehme Distanz legen | Platzieren Sie das Symbol so, dass Sie genügend Entfernung wahrnehmen. Wählen Sie den Platz anhand eines guten Bauchgefühls, achten Sie dabei auf positive Reaktionen wie Erleichterung.

  3. Erwünschtes benennen und symbolisieren | Was möchten Sie anstelle des Problems gerne Positives fühlen und erleben? Finden Sie dafür ebenfalls ein passendes Symbol.

  4. Positiv-Symbol in eine angenehme Nähe legen | Positionieren Sie das positive Symbol so, dass es sich gut anfühlt, achten Sie auf Gefühle wie Freude, Kraft, Zuversicht.


TIPPS

  • Wählen Sie beispielsweise zwei Steine: einen für das Problem und einen für das Erwünschte. Nun können Sie jeden Morgen entscheiden, wo Sie für den heutigen Tag den Problem-Stein und wo den Positiv-Stein platzieren, damit

  • Das «Positiv-Symbol» können Sie als Erinnerungshilfe nutzen, um sich immer wieder bewusst zu machen, dass es schon viel Gutes in Ihrem Leben gibt, das manchmal vielleicht in Vergessenheit gerät.

  • Das «Problem-Symbol» können Sie ebenso als Erinnerungshilfe nutzen, um sich immer wieder dafür wertzuschätzen, dass Sie die «Last» mit Würde tragen und Ihr Bestes tun, trotzdem ein gutes Leben zu führen.

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Texte von Simone Tschopp

Psychologin & Coach

Illustrationen von Georges Rechberger

freischaffender Künstler

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